Effektiver Jahreszins
Sowohl im Bereich der Kapitalanlage als auch im Kreditbereich hat man es stets mit zwei Arten von Zinsen zu tun. Das sind zum einen der Nominalzins und zum anderen der Effektivzins, welcher in der Regel als effektiver Jahreszins angegeben werden muss.
Seit einigen Jahren sind die Banken auch zur Angabe des Effektivzinses im Finanzierungsbereich gesetzlich aufgrund der Preisangabenverordnung verpflichtet. Der grundlegende Unterschied zwischen Nominalzins und Effektivzins besteht darin, dass der Nominalzins lediglich den Nennwert, also die Höhe der Verzinsung darstellt, während im Effektivzins alle weiteren Kosten und Gebühren enthalten sind, die im Rahmen der Geldanlage oder des Darlehens auf den Kunden zukommen.
Besonders deutlich wird die Differenz zwischen nominalem und effektiver Jahreszins beim Darlehen. Hier ist es durchaus üblich, zum Beispiel im Rahmen eines Ratenkredites, dass der Nominalzins pro Jahr nur vier Prozent beträgt, der effektive Jahreszins sich aber auf sieben Prozent beläuft.
Diese Differenz zwischen Nominal- und Effektivzins liegt hauptsächlich an zwei Aspekten. Zunächst einmal werden in den effektiven Jahreszins auch Kosten wie zum Beispiel Bearbeitungsgebühren beim Darlehen oder Erwerbsprovisionen beim Kauf von Wertpapieren oder sonstigen Kapitalanlagen eingerechnet.
Wer also im Zuge eines Darlehens nominal zwar nur vier Prozent Zinsen im Jahr zahlen muss, zudem aber noch eine einmalige Bearbeitungsgebühr von zwei Prozent von der Kreditsumme berechnet bekommt, zahlt dadurch natürlich eine höhere Zinssumme, da die Bearbeitungsgebühr der Kreditsumme hinzugerechnet wird. Ferner ist es bei einigen Darlehensarten so, dass es keine Tilgungsverrechnung gibt. Auch dieser Aspekt wird bei der Angabe des effektiven Jahreszins berücksichtigt.
Aufgrund dieser Tatsache beträgt auch die Differenz zwischen Nominal- und Effektivzins gerade bei Ratenkrediten oftmals mehrere Prozent. Die zu zahlenden Zinsen werden hier im Voraus für die gesamte Laufzeit vom ursprünglichen Kreditbetrag gerechnet. Daher zahlt der Kunde also immer zum Beispiel nominal fünf Prozent Zinsen auf die Darlehenssumme von 10.000 Euro, auch wenn die Restschuld nach zwei Jahren nur noch 6.000 Euro betragen würden. Durch die Tatsache, dass der Kunde dann im dritten Jahr noch immer auf den Betrag von 10.000 Euro und nicht auf nur noch 6.000 Euro Zinsen zahlt, ist der Zinssatz effektiv natürlich deutlich höher als die nominalen fünf Prozent.